02.02.2011

Schleswig-Holsteinische Wirtschaft startet mit Schwung ins neue Jahr

Trotz Turbulenzen im Euroraum und eines frühen und starken Wintereinbruchs ist die schleswig-holsteinische Wirtschaft mit Schwung und Zuversicht ins Jahr 2011 gestartet.

Dazu sagte Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK Schleswig-Holstein: "Das Exportgeschäft floriert, und die deutliche Erholung auf dem Arbeitsmarkt belebt die Inlandsnachfrage. Dies trägt dazu bei, dass die schleswig-holsteinische Wirtschaft aus eigener Kraft wachsen kann."

 

Im 4. Quartal 2010 hat sich der IHK-Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen 0 und 200 annehmen kann, im Vergleich zum Vorquartal von 121 auf 130 Punkte verbessert und damit das Niveau des Boomjahres 2006 erreicht. Wie stark sich der konjunkturelle Aufschwung in Schleswig-Holstein binnen Jahresfrist entwickelt hat, zeigt sich auch am entsprechenden Vorjahreswert, der noch bei 101 Punkten lag. Insgesamt beurteilen 49,2 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 39,6 Prozent als befriedigend und nur 11,2 Prozent als schlecht (Vorquartal 37,3 Prozent; 48,4 Prozent; 14,3 Prozent). Dies ergab die von der IHK Schleswig-Holstein durchgeführte repräsentative Konjunkturumfrage bei über 2.000 Unternehmen im nördlichsten Bundesland.

 

Die gute Industriekonjunktur wird weiterhin von der Zugmaschine Export getragen. Produkte aus Schleswig-Holstein sind nicht nur in den klassischen Partnerländern der Europäischen Union, sondern zunehmend weltweit gefragt. Deutlich verbesserte Geschäfte konnte im 4. Quartal 2010 auch der Handel verzeichnen. Angesichts einer kauffreudigen Kundschaft und eines guten Weihnachtsgeschäfts liegt der Einzelhandel mit einem Index 131 Punkten sogar in der konjunkturellen Spitzengruppe. Von einer überwiegend befriedigenden Geschäftslage berichtet die Bauwirtschaft, die aber durch den frühen und strengen Wintereinbruch einen Dämpfer hinnehmen musste. Im Zuge der allgemeinen Konjunkturbelebung hat sich die Geschäftslage auch in der Verkehrs- und Kreditwirtschaft und besonders deutlich in der Dienstleistungswirtschaft verbessert. "Auch dies unterstreicht, welche Dynamik die Binnennachfrage inzwischen entfaltet", so IHK-Präsident Leicht.

 

Die weitere Konjunkturentwicklung in den kommenden Monaten schätzen die Unternehmen überwiegend optimistisch ein. 32,7 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 57,3 Prozent eine gleichbleibende und nur zehn Prozent eine schlechtere Lage (Vorquartal 32,5 Prozent; 53,5 Prozent; 14 Prozent). Die für die weitere positive konjunkturelle Entwicklung wichtige Investitionstätigkeit der Unternehmen wird sich weiter beleben. Jedes dritte Unternehmen plant eine Erhöhung seiner Investitionsausgaben. Dies wird auch eine weitere Entspannung auf dem Arbeitsmarkt zur Folge haben. 20 Prozent der Unternehmen planen eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl und nur noch zehn Prozent einen Personalabbau. Der schon jetzt bestehende Fachkräftemangel wird sich absehbar weiter verschärfen.

 

Christoph Andreas Leicht: "Dass die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage noch positiver ausfällt als die Zukunftserwartungen, macht bei aller Freude deutlich, dass die schleswig-holsteinische Wirtschaft auch Wolken am Konjunkturhimmel sieht." Dazu gehören die teils dramatischen Preissprünge bei Rohstoffen und Energie. Auch die weiter schwelende Schuldenkrise im Euroraum birgt noch erheblich Risiken für die weitere Konjunkturentwicklung.

weitere Informationen: www.ihk-schleswig-holstein.de